Wer wir sind . . .
Der Imkerverein Wetzlar wurde 1876 gegründet. Damit blicken wir auf 150 Jahre Imkerei in Mittelhessen zurück.
Wir sind ein traditioneller Imkerverein geblieben — aber unsere Aufgaben sind größer geworden.
Wir kümmern uns um Bienen, um unsere Mitglieder und um praktische Imkerei. Zugleich engagieren wir uns heute stärker für Naturschutz, Umweltbildung, Artenvielfalt, Kinder und den Schutz aller Insekten.
Die Honigbiene steht bei uns im Mittelpunkt — aber unser Blick endet nicht am Bienenstock.
Über die Biene möchten wir Menschen für die ganze Natur sensibilisieren — besonders Kinder.
Der Imkerverein Wetzlar wurde 1876 gegründet. Wenn wir heute auf 150 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken, dann schauen wir nicht nur zurück, sondern auch nach vorn.
Wir sind im Kern ein klassischer Imkerverein geblieben. Wir kümmern uns um unsere Bienen, um unsere Mitglieder, um Anfängerinnen und Anfänger, um Schwärme, Königinnenzucht, Fortbildung und praktische Hilfe im Bienenjahr.
Aber die Bedeutung der Imkerei hat sich erweitert. Heute geht es nicht mehr nur um Honig und Bienenhaltung. Die Biene ist auch ein Zugang zu großen Fragen unserer Zeit: Naturschutz, Artenvielfalt, Insektensterben, Umweltbildung, Landwirtschaft und Verantwortung für unsere Kulturlandschaft.
Besonders wichtig ist uns dabei die Arbeit mit Kindern. Wir möchten Kinder zu kleinen Naturforschern machen: Sie sollen Bienen, Blüten und andere Insekten beobachten, Fragen stellen, genau hinschauen und ein Gefühl dafür entwickeln, dass Natur etwas Lebendiges und Schützenswertes ist.
Seit 2019 machen wir jedes Jahr eine Pflanzaktion mit Kindern, sowohl in Schulen wie auch in Kitas. Was in der Lahntalschule in Atzbach begonnen hat, hat inzwischen viele tausend Kinder im Lahn-Dill-Kreis erreicht. In der Spitze nehmen bis zu 70 Schulen und Kitas aus dem LDK teil.
Unsere fünf Hauptbotschaften
Botschaft 1: Wir sind ein klassischer Imkerverein
Das bleibt die Grundlage. Wir sind kein Verein, der seine eigentliche Aufgabe vergessen hat. Unsere erste Verantwortung gilt den Bienen und unseren Mitgliedern.
Was der Verein konkret macht:
- Betreuung von Jungimkern
- Imkerpaten
- Fortbildungen
- Schwarmfang
- Königinnenzucht
- Beratung der Mitglieder
- Austausch unter Imkerinnen und Imkern
- praktische Hilfe im Jahreslauf
Ein Imkerverein lebt davon, dass Erfahrung weitergegeben wird. Das war vor 150 Jahren wichtig — und das ist uns heute genauso wichtig.
Botschaft 2: Wir stehen für fachliche Qualität und Wissenschaft
Der Verein wurde in den vergangenen Jahrzehnten stark durch unseren Ehrenvorsitzenden Klaus Kutt geprägt. Er hatte eine sehr starke fachliche und wissenschaftliche Grundlage. Diese Haltung ist bis heute wichtig: Imkerei darf nicht nur aus Gewohnheit bestehen. Gute Imkerei braucht Erfahrung, aber auch Offenheit für Forschung und neue Erkenntnisse.
Als ich 2017 den Vorsitz übernommen habe, war mir wichtig, an diese Tradition anzuknüpfen. Ich wollte den Verein nicht neu erfinden, sondern auf einer guten Grundlage weiterentwickeln.
Gute Imkerei braucht Erfahrung — aber auch die Bereitschaft, dazuzulernen.
Botschaft 3: Seit 2017 stärkere Öffnung nach außen
Seit 2017 haben wir versucht, den Verein stärker nach außen zu öffnen. Neben der klassischen Vereinsarbeit sind Umweltbildung, Naturschutz, Öffentlichkeitsarbeit und die Ansprache von Kindern und Jugendlichen stärker in den Mittelpunkt gerückt.
Wichtig ist die wertschätzende Linie:
Wir haben auf einer starken Tradition aufgebaut und neue Akzente gesetzt.
Was stärker betont wurde:
- Zusammenarbeit mit der Naturschutzakademie Hessen in Wetzlar
- hochwertige Fachvorträge
- stärkere Öffentlichkeitsarbeit
- Kinder und Jugendliche ansprechen
- Bienen als Zugang zur Natur erklären
- Verbindung von Imkerei, Naturschutz und Gesellschaft herstellen
Die Biene ist ein idealer Botschafter für Naturzusammenhänge. Wer über Bienen spricht, spricht sehr schnell auch über Blühflächen, Landwirtschaft, Artenvielfalt und den Zustand unserer Landschaft.
Botschaft 4: Die Honigbiene steht im Mittelpunkt — aber wir denken weiter
Natürlich steht bei uns als Imkerverein die Honigbiene im Vordergrund. Wir sind Imkerinnen und Imker. Wir schützen und betreuen unsere Bienenvölker.
Aber unser Blick endet nicht am Bienenstock. Die Honigbiene ist Teil einer viel größeren Insektenwelt. Und diese Insektenwelt ist dramatisch unter Druck geraten.
Studien zeigen, dass die Biomasse der Fluginsekten in Deutschland seit Ende der 1980er-Jahre um rund drei Viertel zurückgegangen ist. Das ist alarmierend, weil Insekten für Bestäubung, Nahrungsketten, Bodenfruchtbarkeit und stabile Ökosysteme unverzichtbar sind.
Deshalb verstehen wir unsere Arbeit heute breiter. Wir schützen und betreuen unsere Honigbienen, aber wir wollen zugleich für den Schutz aller Insekten sensibilisieren — für Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer, Schwebfliegen und viele andere Arten.
Die Honigbiene ist unser Mittelpunkt, aber nicht unsere Grenze.
Botschaft 5: Kinder als kleine Naturforscher
Ein besonders wichtiger Teil unserer Arbeit ist die Ansprache von Kindern in Schulen und Kitas. Wir möchten Kinder früh an die Natur heranführen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern über Neugier, Beobachtung und Staunen.
Der Begriff „kleine Naturforscher“ passt hier hervorragend:
Wir möchten Kinder zu kleinen Naturforschern machen. Sie sollen Bienen, Blüten und andere Insekten beobachten, einfache Fragen stellen: Was fliegt da? Welche Blüte wird besucht? Warum sind Insekten wichtig? Was können wir tun, damit sie Lebensräume finden?
Man könnte sagen: Das ist Umweltbildung mit Citizen-Science-Elementen. Es geht nicht darum, dass Kinder wissenschaftliche Forschung ersetzen. Aber sie lernen, genau hinzuschauen, Beobachtungen festzuhalten und die Natur vor der eigenen Haustür bewusster wahrzunehmen.
Wir wollen Kinder vom Zuschauer zum kleinen Naturforscher machen.
Wer als Kind lernt, eine Biene auf einer Blüte zu beobachten, schaut später anders auf die Natur.
Die Rolle der Naturschutzakademie Hessen
Ein wichtiger Partner der vergangenen Jahre war die Naturschutzakademie Hessen in Wetzlar. Dort konnten wir hochwertige Fachveranstaltungen durchführen und renommierte Referentinnen und Referenten nach Wetzlar holen.
Mit Fachleuten wie Dr. Ralph Büchler, Dr. Annely Brandt, Prof. Jürgen Tautz, Dr. Pia Aumeier und aktuell Dr. Marina Meixner zeigen wir: Der Imkerverein Wetzlar steht nicht nur für Tradition, sondern auch für fachlichen Anspruch, Wissenschaft und Weiterbildung.
Meine persönliche Linie als Vorsitzender
Ich habe 2017 den Vorsitz übernommen. Mir war wichtig, die Tradition des Vereins zu bewahren, aber zugleich neue Akzente zu setzen. Die praktische Imkerei bleibt der Kern. Aber die Biene führt uns heute auch zu Fragen von Naturschutz, Umweltbildung, Insektenschutz und gesellschaftlicher Verantwortung.
Ich sehe den Imkerverein heute als Brücke: zwischen Tradition und Zukunft, zwischen praktischer Imkerei und Wissenschaft, zwischen Honigbiene und Insektenschutz, zwischen Erwachsenenwissen und kindlicher Neugier.
Dieses Engagement ist in den letzten Jahre vielfach mit Preisen ausgezeichnet worden. Preisträger:
„Umweltschutzpreis der Stadt Wetzlar 2023“,
„Sparkasse Wetzlar „Umwelt-Engagement im Lahn-Dill-Kreis 2023“,
„Umweltlotterie GENAU von Lotto Hessen 2024“
„Umweltlotterie GENAU von Lotto Hessen ganz aktuell auch 2026“
Das Ganze Engagement funktioniert allerdings nur, wenn wir auch ausreichend Sponsoren für unsere Arbeit finden. Deshalb bin ich sehr dankbar für ihr Engagement in den letzten Jahren: Sparkasse Wetzlar, Firma Zeiss, enwag, GEWOBAU WZ, Trifolio GmbH, Theiß Gartenbau, Kochniss Der Augenoptiker am Dom, die Goldschmiede Wetzlar, Neumann´s Wein & Musik.
150 Jahre Imkerverein Wetzlar bedeuten für uns nicht nur Rückblick. Sie sind Verpflichtung, die Imkerei in Mittelhessen fachlich stark, naturverbunden und gesellschaftlich verantwortlich weiterzuführen — für die Honigbiene, für alle Insekten, für kleine Naturforscher und für unsere Region.








